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Gewalt gegen Kinder – Jugendämter in Westfalen-Lippe gehen Hinweisen nach

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Selbstverteidigung - © Pixabay

Von Nachbarn, vom Kinderarzt, von Lehrern und Erzieherinnen – aber auch von der Polizei und von Spielgefährten: Hinweise darauf, dass es einem Kind nicht gut geht, gibt es von vielen Seiten. Und die feinen Antennen der Jugendämter sind dabei immer auf Empfang. Wie IT.NRW bekannt gab, sind die Jugendämter in Westfalen-Lippe im vergangenen Jahr insgesamt 13.475 Mal gezielt solchen Hinweisen nachgegangen (NRW: 32.015).

Hinsehen, handeln – und helfen, so das Motto. Dabei stellen die Jugendämter immer das Wohl des Kindes in den Mittelpunkt. „Wird ein Kind von den Eltern vernachlässigt? Muss es zu Hause Gewalt oder Misshandlung fürchten? Gibt es sexuelle Übergriffe? Das sind zentrale Fragen, wenn die Fachkräfte vor Ort einschätzen, ob ein Kind oder ein Jugendlicher akut gefährdet ist“, sagt Birgit Westers, Jugenddezernentin beim Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL).

Im Ernstfall bilden Experten ein Team, sammeln alle wichtigen Fakten und überlegen: Wie brenzlig ist die Situation? Was ist zu tun, damit Kinder und Eltern nicht überfordert werden? Wichtig dabei ist, dass viele Augen auf die Situation in einer Familie schauen und die jeweiligen Verhältnisse möglichst gut verstehen. „Schließlich kommt es darauf an, sich ein umfassendes und differenziertes Bild zu machen. Was genau dann unternommen wird, entscheiden die Fachleute vor Ort gemeinsam. In jedem Fall gehen die Jugendämter allen Hinweisen nach und bauen einen direkten Draht zu den Familien auf. Wenn nötig, stehen sie auch unangemeldet vor der Tür“, erläutert Westers.

Das LWL-Landesjugendamt Westfalen ist dabei ein wichtiger Partner der 91 Jugendämter in Westfalen-Lippe. Seit vielen Jahren werden die Fachkräfte in umfangreichen Fortbildungen des LWL-Landesjugendamtes umfassend qualifiziert und zu sogenannten Kinderschutzfachkräften ausgebildet. „Wir haben einen klaren gesetzlichen Fortbildungsauftrag und beraten die Fachkräfte in den Jugendämtern zu ganz konkreten Gefährdungsfällen vor Ort“, so Westers.

1.820 Mal deckten die Experten in den westfälischen Jugendämtern im vergangenen Jahr akute Fälle von Vernachlässigung in der Familie auf (NRW: 3.938). Immer wieder seien auch besonders junge Kinder betroffen: Bei einem Viertel dieser Fälle (461), bei denen eine akute Gefährdung vorlag, waren die Kinder jünger als drei Jahre (NRW: 928). Daneben gab es 2.140 Fälle, in denen eine latente Gefährdung vorlag, das heißt die Frage, ob gegenwärtig tatsächlich eine Gefahr besteht, konnte nicht eindeutig beantwortet werden (NRW: 5.044). In 4.315 Verdachtsfällen wurde zwar keine Gefährdungssituation, jedoch ein Hilfebedarf festgestellt (NRW: 10.637). Bei 5.200 Fällen gab es keine Anzeichen für eine Kindeswohlgefährdung oder Bedarf für eine Hilfe (NRW: 12.396).

„Bei akuter Gefahr machen sich die Mitarbeiter unmittelbar ein persönliches Bild von der Situation der Kinder und Jugendlichen“, so Westers. Meist muss es schnell gehen. Für jede Familie werde rasch eine individuelle Lösung gesucht. „Manchmal reicht den Eltern schon eine Familien-Hilfe, die ihnen zeigt, wie man sich besser um sein Kind kümmert: Frühstück machen, aufräumen, in die Schule bringen, Kinder im Alltag unterstützen“, so Westers.

Damit die Räder vor Ort optimal ineinander greifen, müssen die Jugendämter Pläne und Verfahren entwickeln, wer wann was zu tun hat. „Wir haben in den vergangenen Jahren mit vielen Jugendämtern in Westfalen-Lippe passgenaue Konzepte entwickelt“, sagt Westers.

Bei schweren und akuten Fällen von Kindeswohlgefährdung ziehen die Jugendämter aber auch die Notbremse, holen die Kinder – zumindest vorübergehend – aus den Familien heraus und vermitteln sie in geeignete Jugendeinrichtungen oder in ausgewählte Pflegefamilien. „So etwas ist nie leicht und immer das absolut letzte Mittel“, sagt Westers. „Ein Balance-Akt, bei dem die Jugendämter sorgfältig zwischen dem Wohl des Kindes und dem Recht der Eltern auf Erziehung abwägen müssen.“

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OWL fest im Griff – Der Winter kommt mit eisigen Temperaturen

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Frost - © Kukon, Bartosz Tyce
Symbolfoto - © Kukon, Bartosz Tyce

Der polare Atem von Hoch „Brigida“ hängt über Deutschland und kühlt sich weiter ab. In den nächsten Tagen fallen die Temperaturen an einigen Stellen teilweise auf bis zu minus 10 Grad ab.

In Deutschland breitet sich der kalte Winter weiter aus. Bereits für heute prognostizierten Meteorologen durchgehend Frost für weite Teile des Landes. Nachts können die Temperaturen sogar auf minus 10 Grad sinken, wie vom Deutschen Wetterdienst angekündigt. Nur im Südwesten, an der Küste und am Rhein bleibt es zunächst frostfrei.

Die Ursache für die eisige Kälte ist Hoch „Brigida“. Das verursacht laut DWD, dass die polare Luft, die nach Deutschland geflossen ist, kaum noch bewegt wird. Das Ergebnis: Es kühlt sich nachts durch den meist klaren Himmel stark ab.

Wie weit es bei den tiefen Temperaturen geht, ist noch ungewiss. Ein Meteorologe des Deutschen Wetterdienstes sagte jedoch voraus: „Die Winterperiode könnte nach aktuellen Prognosen mehrere Wochen andauern und hüllt weite Teile Europas ein.“

Blutmond für Frühaufsteher

Diejenigen, die am Montagmorgen vor dem Morgengrauen aufstehen, können zum letzten Mal in 10 Jahren eine totale Mondfinsternis, ggf. sogar einen Blutmond erleben. Ab 5.41 Uhr befindet sich der Mond etwa eine Stunde lang vollständig im Schatten der Erde. Durch die elliptischen Bahn, die aktuell besonders nah an der Erde verläuft, wirkt er optisch ungewöhnlich groß. Die besten Wetterbedingungen werden wahrscheinlich in der Mitte Deutschland herrschen.

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Obstbaumschnitt in Humfeld – NaTourErlebnisführung zur Gutshof Brennerei Begatal

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Damit die Obstbäume in der kommenden Saison wieder gut treiben, müssen sie im Herbst oder Winter beschnitten werden. - © NaTourEnergie
Damit die Obstbäume in der kommenden Saison wieder gut treiben, müssen sie im Herbst oder Winter beschnitten werden. - © NaTourEnergie

Nach der reichen Ernte im vergangenen Jahr müssen die Obstbäume nun wieder beschnitten werden. Daher lädt Friedhelm Begemann von der Gutshof Brennerei Begatal zur NaTourErlebnisführung Obstbaumschnitt am Samstag, 9. Februar, auf seinen Obsthof nach Humfeld ein. Nach einer kurzen Einführung in die Geschichte des Gutshofes geht es mit dem Ackerwagen zum Obsthof. Dort erklärt Begemann, worauf es beim Obstbaumschnitt ankommt. Die Teilnehmer erwartet eine Vielzahl von Bäumen zum Üben: Auf dem gutseigenen Obsthof wachsen 35 Apfel-, 12 Birnen-, 10 Kirsch-, 13 Pflaumen- und Zwetschgensorten auf gut sechs Hektar Streuobstwiese. Als Dank für die Hilfe beim Baumschnitt erhalten die Teilnehmer in der kommenden Apfelsaison einen vollen Apfelkorb geschenkt.

Treffpunkt für die Erlebnisführung ist 10 Uhr am Innovationszentrum in Dörentrup. Von dort aus geht es für die Teilnehmer mit Elektro-Autos zur Gutshof Brennerei Begatal. Inhaber eines gültigen Führerscheins können das Elektro-Auto selbst fahren. Die Führung dauert ungefähr dreieinhalb Stunden und kostet acht Euro. Eine Anmeldung unter www.natourenergie.de ist erforderlich.

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Radfahrer bei Unfall auf der Rahdener Straße verletzt – Polizei sucht beteiligten Autofahrer

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Fahrrad - © Envato Elements
Symbolfoto - © Envato Elements

Lübbecke – Leichte Verletzungen erlitt ein 32-jähriger Radfahrer, als es am frühen Montagmorgen auf der Rahdener Straße zu einer seitlichen Berührung mit einem überholenden Pkw kam. Der 32-Jährige verlor daraufhin das Gleichgewicht und stürzte zu Boden. Der Pkw-Fahrer setzte ohne anzuhalten seine Fahrt in Richtung Norden fort.

Der 32-Jährige schilderte den verständigten Polizisten, dass er sich auf dem Weg zur Arbeit befunden habe. Dabei habe er nicht den Radweg genutzt, sondern sei auf der Straße gefahren, als es gegen 5.45 Uhr in Höhe des Autohauses Schneider zu dem Unfall kam. Eine Rettungswagenbesatzung versorgte den Mann und brachte ihn ins Krankenhaus. Der Autofahrer sowie Zeugen werden gebeten, sich bei den Beamten des Verkehrskommissariates unter Telefon (0571) 88660 zu melden.

Rückfragen bitte an:

Polizei Minden-Lübbecke
Pressestelle

Telefon: 0571/8866 1300/-1301
E-Mail: pressestelle.minden@polizei.nrw.de

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