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Themenwoche Umwelt: Straßen.NRW bietet Nahrung für die Rote Sandbiene

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Blühende Schlehen
Blühende Schlehen bieten Bienen Nahrung. - © straßen.nrw

(straßen.nrw). Straßenbegleitgrün heißt es im Fachjargon: Über 35.000 Hektar Bankette und Böschung gehören rechts und links von Autobahnen, Bundes- und Landesstraßen zum Arbeitsbereich von Straßen.NRW. Es dreht sich also nicht alles um Asphalt, Beton und Stahl. Die Straßen.NRW-Experten haben auch Natur und Umwelt im Blick. Und da lohnt es, einmal genauer hinzuschauen. Denn der Straßenrand bildet in einer intensiv bewirtschafteten Kulturlandschaft durchaus eine Nische – schließlich wird hier extensiv, also in großen Intervallen, gepflegt.

Saatgut aus der Region

Gerade für Insekten bieten die Böschungen, die Straßen.NRW nach dem Stufenprinzip aufbaut, eine reichhaltige Nahrungsquelle. Direkt an die Fahrbahn schließen sich in der Regel die Bankette und Mulden zur Entwässerung an, die mit Gräsern bewachsen sind. Im Anschluss an diesen Streifen sollen in Zukunft im sogenannten Extensivbereich noch mehr Wildblumen und Kräuter wachsen. Bei einigen Neubaumaßnahmen werden bereits heute so genannte Regiosaatgut-Mischungen eingesät. „Im Unterschied zum herkömmlichen Landschaftsrasen sind in dieser Mischung nur 70 Prozent Gräser und dazu etwa 30 Prozent Wildkräuter zu finden“, erklärt Klaus Altmiks, Landschaftsbau-Experte bei Straßen.NRW. Ab März 2020, so eine Vorgabe des Bundesnaturschutzgesetzes, ist die Ansaat verbindlich mit diesen Regio-Saatgutmischungen vorzunehmen. „Allerdings lässt sich dieser Extensivbereich in der Regel nicht so pflegen, wie es eine solche Wildblumenwiese eigentlich verlangt, da wir den Grasschnitt nicht wie auf einer Heuwiese abräumen“, schränkt Altmiks ein. Auf den Ausgleichsflächen, die Straßen.NRW im Rahmen von Straßenbau-Projekten anlegt, ist diese extensive Pflege dagegen möglich. Dort kann wie bei einem Ausgleichsprojekt im Rahmen des A43-Ausbaus im Kreis Recklinghausen Heu für die Tiere im Gelsenkirchener Zoo produziert werden. Anderswo wie im Hervester Bruch bei Dorsten übernehmen grasende Rinder – in der Regel besondere Arten wie Heckrinder, Rotes Höhenvieh oder Galloways – die „Pflege“ dieser Wildwiesen.

Heimische Gewächse in der Böschung

Mehr Bedeutung für den Insektenschutz am direkten Straßenrand haben die Gehölze, die in der an die Grasflächen anschließende Strauchzone gepflanzt werden. Cornus sanguinea, der Rote Hartriegel, ist eines der heimischen Gewächse, die dort stehen. Fast 14.000 Stück dieser zum Beispiel für Wildbienen wichtigen Sträucher wurden allein in der Pflanzsaison 2017/18 gesetzt. Auf Platz zwei und drei folgten mit je 12.000 Stück der Gewöhnliche Spindelstrauch, auch Pfaffenhütchen genannt, und der Gemeine Schneeball. Die Fuchsrote Sandbiene fliegt neben anderen Insekten zum Beispiel auf das Pfaffenhütchen. Auch der Schneeball ist eine Futterpflanze für viele Insekten und seine roten Früchte locken die Vögel. 85.000 „gebietseigene Gehölze“ hat Straßen.NRW in der Pflanzsaison 2017/18 dort gepflanzt, wo Straßen neu-, um- oder ausgebaut wurden. Diese Pflanzen bieten Insekten und Vögeln Nahrung, sorgen aber gleichzeitig dafür, dass Böschungen zusammengehalten werden. Anders als Bäume, die früher in hohen Stückzahlen im Begleitgrün auch straßennah gepflanzt wurden, ist das Grün entlang der Straßen, das heute neben den breiten Säumen fast ausschließlich mit Sträuchern erstellt wird, vergleichsweise pflegeleicht und bietet so dauerhaften Lebensraum.

Verkehrssicherheit steht an erster Stelle

Allerdings steht an den Straßen in NRW die Verkehrssicherheit an erster Stelle. Im vorgelagerten Intensivbereich, also direkt am Straßenrand, kommt die Säge darum zwischen Anfang Oktober und Ende Februar durchaus zum Einsatz: Bäume sollen nicht auf die Fahrbahn stürzen, die Sicht darf nicht durch zu viel Bewuchs eingeschränkt werden und der Fahrweg muss auch nach oben für LKW frei von Ästen sein. Bei der Gehölzpflege sorgt das von Bürgern oft als Kahlschlag wahrgenommene „auf den Stock setzen“ nicht nur dafür, dass die Anforderungen der Verkehrssicherheit erfüllt werden, sondern die Natur verjüngt sich und bietet schnell neuen Lebensraum. Die gefällten Bäume treiben buschig wieder aus, durch Samenflug und den Eintrag von Vögeln breiten sich benachbarte Gehölze aus. Dr. Frank Eilermann, Diplom-Forstwirt und bei Straßen.NRW für die Grün- und Gehölzpflege verantwortlich, wirbt für Verständnis, dass gerade nah an den Straßen oft Bäume stark zurückgeschnitten werden. Die entstandenen Freiflächen, die im Winter noch arg gerupft aussehen, sind schon im nächsten Frühjahr wieder grün. „Dort, wo im Unterholz der vorher zu dichten Bestände oft gar kein Grün mehr gewachsen ist, sieht man Pflanzen, die dort bislang keine Chance hatten und die gerade Insekten Nahrung bieten. Und die häufigen und heftigen Stürme der vergangenen Jahre haben gezeigt, dass die regelmäßigen Rückschnitte dringend notwendig sind“, sagt Eilermann. „Wir verändern den Aufbau der Natur an diesen Stellen, wir zerstören sie nicht.“

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Sommerferienende: Rückreiseverkehr setzt Freitag ein

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Stau
Stau - © Shutterstock, 561735016

(straßen.nrw). Die Sommerferien in Nordrhein-Westfalen gehen dem Ende entgegen, in ein paar Tagen steht das letzte Rückreise-Wochenende an. Die Straßen.NRW-Verkehrszentrale rechnet deshalb in ihrer Prognose mit einem schnell ansteigenden (Reise-) Verkehr am Freitag (23.8.) ab 14 Uhr. Die Situation wird bis gegen 18 Uhr andauern. Besonders betroffen sind davon die Autobahnen, die aus Richtung der Küsten nach NRW führen wie die A1, die A31 im Norden, die A40, die A57 und die A61.

Auch auf der A3 in der Relation Köln/Hilden/Breitscheid sowie im Bereich Emmerich/Oberhausen ist in beiden Fahrtrichtungen mit zum Teil wesentlich mehr Verkehr und Staus zu rechnen.

Der Rückreiseverkehr wird sich auf den Autobahnen auch ab Sonntagmittag (25.8.) bemerkbar machen. Dann sind laut Prognose insbesondere die A3 im Bereich Oberhausen-Köln, die A44 aus Kassel in Richtung Dortmund und die A61 in Richtung Norden betroffen.

Auf der A1 muss (aus Hamburg/Bremen kommend) in Fahrtrichtung Dortmund/Köln mit Staus und Behinderungen gerechnet werden. Im Bereich Lotte/Osnabrück sowie im weiteren Verlauf im Abschnitt von Dortmund bis Köln in beiden Richtungen, zum Beispiel im Bereich Volmarstein, kann es zu einem erhöhten Verkehrsaufkommen und Behinderungen kommen.

Neben der Lennetalbrücke (bei Hagen) finden auf der A45 auf den Abschnitten Drolshagen bis zum Autobahnkreuz Olpe-Süd sowie von Siegen bis zur Landesgrenze Hessen Arbeiten statt, mit Behinderungen ist zu rechnen.

Weiterhin muss im Wesentlichen auf folgenden Strecken mit Behinderungen gerechnet werden

  • Auf dem gesamten Kölner Ring (A1/A3/A4) wird ein erhöhtes Verkehrsaufkommen erwartet. Betroffen ist auch die A57 im Bereich des Autobahnkreuzes Köln-Nord.
  • Auf der A33 muss im Raum Paderborn mit Einschränkungen und Behinderungen gerechnet werden.
  • Auf der A40 ist im Bereich Moers/Duisburg mit einer erhöhten Verkehrsbelastung zu rechnen.
  • Auf der A43 im Raum Bochum-Recklinghausen ist mit Behinderungen und einem erhöhten Verkehrsaufkommen zu rechnen.
  • Auf der A44 ist im Bereich Werl mit Staus zu rechnen.
  • Auf der A59 steht vor dem Autobahnkreuz Leverkusen-West nur ein Fahrstreifen in Richtung der Verteilerfahrbahn zur A1 zur Verfügung.
  • Auf der A61 und der A565 im Bereich Meckenheim kann es zu einem erhöhten Verkehrsaufkommen kommen. Am Nürburgring findet das Festival „New Horizons“ statt, dort muss ab Donnerstag (22.8.) mit einem erhöhten Anreiseverkehr gerechnet werden.
  • Die Sperrung für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen auf der Leverkusener A1-Rheinbrücke sorgt weiter für Engpässe.

An diesem Wochenende findet in Köln mit der „Gamescom 2019“ eine publikumsintensive Messe statt. Dazu wird in Neuss das „Neußer Bürgerschützenfest“ gefeiert.

Auf der Seite www.verkehr.nrw werden Informationen wie die aktuelle Verkehrslage und Baumaßnahmen übersichtlich dargestellt. Über 200 Webcams vermitteln den Nutzern einen „Eindruck wie vor Ort“.

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Verkehr

NRW: 9,6 Prozent sehr gute Autobahnen

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(straßen.nrw). In Nordrhein-Westfalen sind die Autobahnen zu 9,6 Prozent in einem sehr guten Zustand. Das hat die jüngste Zustandserfassung von 10.300 Messkilometern ergeben. Bei der letzten Messung vier Jahre zuvor waren es nur 5,3 Prozent, berichtet der für die Autobahnen im Land zuständige Landesbetrieb Straßenbau Nordrhein-Westfalen. „Die Zahlen belegen unsere verstärkten Bemühungen in den vergangenen Jahren um ein effektiveres Erhaltungsmanagement“, erläuterte Straßen.NRW-Direktorin Elfriede Sauerwein-Braksiek. 50,8 Prozent (2014: 50,2) sind darüber hinaus in einem guten Zustand, 20,8 Prozent (24,4) gelten als befriedigend. Allerdings sind auch noch 18,7 Prozent in einem schlechten beziehungsweise sehr schlechten Zustand (20,1).

Die bundesweite Zustandserfassung aller Autobahnen wurde 2018 durchgeführt. 27.400 Kilometer Autobahnen wurden dabei insgesamt unter die Lupe genommen. Die Erfassung findet alle vier Jahre statt. Es war bereits die sechste systematische Erfassung.

Bei der Zustandserfassung und -bewertung sammeln Messfahrzeuge Daten für Längsebenheit, Querebenheit, Griffigkeit und das Oberflächenbild einer Straße. Die Zustandsbewertung ermittelt aus diesen Daten einen Gesamtwert auf einer Skala von eins („sehr gut“) bis fünf („sehr schlecht“) für den Zustand einer Straße.

Grundlage für das Erhaltungsmanagement

Erhaltungsmaßnahmen in einem komplexen Straßennetz am richtigen Ort, zum richtigen Zeitpunkt und unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten planen zu können, ist Ziel des Erhaltungsmanagements. Die Daten aus der Zustandsbewertung sind eine wichtige Grundlage dieser Planungen, hinzu kommen Daten über das Netz, den Verkehr und wirtschaftliche Kriterien. Je nach Ausgangslage, Zielvorgaben und wirtschaftlichen Bedingungen können sich zahlreiche Varianten für die Erhaltungsplanung ergeben.

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Verkehr

Erster Abbiegeassistent eingebaut: Straßen.NRW ist jetzt Sicherheitspartner des Bundesverkehrsministeriums

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Abbiegeassistent
Jens Grimm bei der Verkabelung des Abbiegeassistenten - © straßen.nrw

(straßen.nrw). Straßen.NRW ist einer von inzwischen 114 Sicherheitspartnern des Bundesministeriums für Verkehr (BMVI). Direktorin Elfriede Sauerwein-Braksiek nahm in Berlin die offizielle Urkunde entgegen. Damit ist Straßen.NRW die erste Landesstraßenbauverwaltung, die sich an der von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer ins Leben gerufenen „Allianz für Sicherheit“ beteiligt.

Deren zentraler Inhalt: die Ausrüstung von LKW mit so genannten Abbiegeassistenten – ein Warnsystem, das Berufskraftfahrer auf Radfahrer und Fußgänger hinweist, die sich im so genannten „toten Winkel“ des Fahrzeugs befinden. Die übergeordneten Ziele des Projekts: weniger Abbiegeunfälle, mehr Verkehrssicherheit. Verkehrsminister Andreas Scheuer: „Unsere ,Aktion Abbiegeassistent‘ bekommt heute auf einen Schlag 68 neue offizielle Partner. Als neue Partner haben wir erstmals auch kommunale Betriebe, Städte, Landkreise und den Landesbetrieb Straßenbau NRW mit an Bord. Das zeigt: Unsere Initiative ist ein voller Erfolg. Kleine und große, kommunale und private Unternehmen engagieren sich jetzt gemeinsam. Sie alle sind Vorbilder und Lebensretter. Denn wir haben eine gemeinsame Verantwortung: Jeder Abbiegeassistent zählt!“

„Wir wollten nicht auf die Vorgaben der Europäischen Union warten, die frühestens 2022 ein solches System vorsehen“, so Sauerwein-Braksiek. „Stattdessen werden ab sofort gut 300 LKW im Straßenunterhaltungsdienst von Straßen.NRW mit Abbiegeassistenten ausgerüstet. Neue Fahrzeuge schaffen wir nur noch mit dem Sicherheitssystem an.“

Besuch in der Werkstatt

Besuch bei der Firma Kissling in Mülheim an der Ruhr. Sie ist verantwortlich für den vorgesehenen Umbau der Fahrzeuge; seit vergangenem Montag ist der erste Straßen.NRW-Lkw „in Arbeit“. Kabelsalat ist das erste, was dem Beobachter bei einem Besuch in der Werkstatt auffällt. Jens Grimm ist gerade dabei, die letzten losen Enden zusammenzuführen. „Wir haben bereits die Sensoren und die Kamera an der Seite sowie den Monitor in der Fahrerkabine angebracht“, erklärt der bei Kissling für die Umrüstung der Straßen.NRW-Fahrzeuge zuständige Projektleiter den Stand der Dinge. „Nun müssen wir noch alles miteinander verbinden, dann ist das erste Abbiegesystem einsatzbereit.“ Knapp sieben Stunden hat der erste Umbau gedauert. Grimm: „Wir denken aber, dass wir mit zunehmender Routine schneller werden.“

Den Arbeiten sind im Vorfeld zahlreiche Tests vorausgegangen. Kissling-Geschäftsführer Heinz Reinders: „Wir haben uns nach diesen Tests gemeinsam mit Straßen.NRW für ein System entschieden, das an der Seite mit vier Ultraschallsensoren arbeitet, die Bewegungen neben dem Fahrzeug registrieren, sowie mit einer Kamera, die vorne rechts verbaut ist.“ Das System wird aktiviert, wenn der Blinker rechts gesetzt oder das Lenkrad um mehr als zehn Grad nach rechts eingeschlagen wird. Dies geschieht allerdings nur, wenn der LKW steht oder langsamer als 30 km/h fährt. „Der Monitor, den wir in der Fahrerkabine installiert haben, zeigt dann den toten Winkel sowie den gesamten Bereich neben dem Fahrzeug an“, erklärt Grimm. „Wenn Fußgänger oder Radfahrer von den Sensoren erfasst werden, wird der Fahrer zudem über ein akustisches Signal gewarnt.“

Riesenschritt für Radfahrer, Fußgänger und Fahrer

Ein umfangreicher, arbeitsintensiver Umbau, der seine Berechtigung hat: Durchschnittlich sterben in Deutschland jeden Monat drei Radfahrer bei Unfällen mit rechts abbiegenden LKW. Michael Hölscher, seit über 30 Jahren für die Straßen.NRW-Straßenmeisterei Marl mit dem LKW unterwegs, kennt die Situationen beim Abbiegen, bei denen er zwei- oder gar dreimal schaut, ob er auch niemanden übersehen hat. „Das ist ein Riesenschritt für Radfahrer und Fußgänger, aber auch für uns Fahrer. Ein deutlicher Punkt für mehr Sicherheit.“

Ein Abbiegeassistent kostet inklusive Einbau knapp 2300 Euro. Das BMVI stellte bundesweit insgesamt zehn Millionen Euro bereit, um die freiwillige Ausrüstung von LKW zu unterstützen. Die zunächst geplanten fünf Millionen waren nach wenigen Tagen vergeben, seit Juni ist auch der Nachschlag von weiteren fünf Millionen durch Anträge gebunden. „Für uns ist die Umrüstung eine Selbstverständlichkeit“, so Sauerwein-Braksiek. „Mit unseren mehr als 300 LKW, die täglich am Verkehr teilnehmen, stehen wir hier in der Verantwortung. Darüber hinaus sehen wir uns auch in der Pflicht, unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor den traumatischen Folgen eines solchen Unfalls zu schützen.“

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