Marianne Sieweke aus Horn-Bad Meinberg erhält Verdienstmedaille

Durch ihr langjähriges Engagement, vor allem im sozialen Bereich, hat Marianne Sieweke anerkennenswerte Verdienste erworben. Im Rahmen einer Feierstunde nahm sie deshalb jetzt die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland aus den Händen von Lippes Landrat Dr. Axel Lehmann entgegen. „Trotz Ihrer Erkrankung engagieren Sie sich maßgeblich für das Gemeinwohl. Mit Ihren vielen unterschiedlichen Projekten haben Sie ein großes Netzwerk für Bad Meinberg aufgebaut“, betonte Landrat Dr. Lehmann in seiner Laudatio.

Im Alter von 37 Jahren erkrankte die Ordensträgerin an Multipler Sklerose (MS), engagierte sich dennoch ehrenamtlich in ihrem Heimatort Horn-Bad Meinberg. Seit der Gründung des „Senioren- und Behindertenbeirates Horn-Bad Meinberg“ im Jahr 2009 ist Marianne Sieweke Mitglied in diesem Gremium und wurde im selben Jahr zur stellvertretenden Vorsitzenden gewählt. Seitdem tritt sie unter anderem dafür ein, Verbesserungen für behinderte Menschen in ihrem Lebensalltag zu erreichen:

So fuhr sie beispielsweise mit Beiratsmitgliedern den Ortsteil Bad Meinberg ab und wies auf mögliche Stolperkanten und die erforderlichen Bürgersteigabsenkungen hin. Die Stellen wurden fotografiert, dokumentiert und den zuständigen Behörden mitgeteilt. Die Würdenträgerin hat mit ihrem Engagement dazu beigetragen, dass mittlerweile mehrere Bürgersteigabsenkungen vorgenommen wurden. Mit großer Tatkraft setzt sie sich außerdem für die Errichtung von öffentlich zugänglichen und barrierefreien Toiletten ein. Im Rahmen der Umbauarbeiten des Kurgastzentrums in Bad Meinberg galt ihr Einsatz einer rollstuhlgerechten Einrichtung. Marianne Sieweke war es auch, die sich für einen barrierefreien Zugang zum „Infozentrum an den Externsteinen“ und für die Verlegung der dortigen Bushaltestellen stark gemacht hat. Seit 2011 bietet sie regelmäßig Sprechstunden an. Telefonisch oder persönlich nimmt sie die Hilfegesuche entgegen und kümmert sich umgehend um eine Lösung. Für den Senioren- und Behindertenbeirat hat Sieweke über einen langen Zeitraum auch an den Sitzungen des Ausschusses für Schulen und Soziales teilgenommen. Das Amt der zweiten Vorsitzenden im Senioren- und Behindertenbeirat führte sie bis 2016 aus.

Marianne Sieweke gründete außerdem die Initiative „Creativ Leben“ und gibt dort ihre eigenen Erfahrungen an andere MS-Erkrankte weiter. Sie leitete bis 2016 Gesprächskreise und bot Rollstuhlspaziergänge an. Mit ihren Angeboten ermutigte sie andere erkrankte Menschen dazu, ihren eigenen Lebensweg – trotz der Erkrankung – mit Freude zu gehen. Durch ihre Besuche in Schulklassen, bei denen sie aus ihrem Leben berichtet, baute Sieweke Berührungsängste und auch emotionale Barrieren ab.

In dem behindertengerechten Haus „SonnenDomizil“, in dem sie mit ihrem Lebensgefährten lebt, hat die Würdenträgerin eine Malgruppe gegründet und mit den daraus resultierenden Bildern das ganze Haus verschönert. Inzwischen hat diese Gruppe auch Ausstellungen durchgeführt. Dank ihrer Ideen wurden zudem Besinnungsrunden und regelmäßige Stuhlgymnastik organisiert, die zur Aktivierung der Bewohner beitragen. Marianne Sieweke ist so für alle Bewohner eine Art „Haus-Mutter“ geworden. Eines ihrer ersten Innovationen war das Projekt LEA (Leben Eigenständig Aktiv). Zusammen mit der Hausleitung konnte die Idee umgesetzt werden. LEA will hilfsbedürftigen Menschen ein möglichst eigenständiges Leben im Alltag ermöglichen und bietet Begleitdienste, Einkaufshilfen, die Besorgung von Behördengängen sowie Lesungen oder autogenes Training.

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