Anlässlich der Wasserrahmenrichtlinie werden auch in Herford umfangreiche Umgestaltungen im Bereich der Fließgewässer erforderlich. Der Bau- und Umweltausschuss diskutiert bereits seit 2016 über die Planung zur Umgestaltung des Wehres am Bergertor. Derzeit ist die Anlage für Fische und andere Lebewesen nicht passierbar. Dies soll sich in Zukunft ändern.
Im Zuge der Planungen zur Umgestaltung des Wehres wird seitens der Stadtverwaltung Herford ab Montag, den 21.08.2017 bis Freitag 25.08.2017 probehalber eine Absenkung der Wasserspiegellage um 0,5 m vorgenommen. Geprüft werden soll, wie sich eine geringe Absenkung des Wasserspiegels mit den Interessen der Wassersportler in Einklang bringen lässt und wie sich die Uferprofile darstellen werden. Dafür wird das Wehr schrittweise um max. 0,5 Meter abgesenkt. Im Laufe der Woche werden zudem Erfassungen bezüglich der sich einstellenden Wassertiefen durchgeführt. Ebenfalls geprüft wird, in welchem Maße sich die Fließgeschwindigkeit verändern wird.
Die Verwaltung favorisiert eine Planungsvariante im Bereich des jetzigen Wehres, bei der eine neue Wehranlage auf der Hälfte der Breite errichtet wird. Zusätzlich zum neuen Wehr wird ein flächiges Raugerinne, d.h. eine mit Wasserbausteinen befestigte Schräge, die vollständige ökologische Durchgängigkeit gewährleisten. Zur Verbesserung des Hochwasserschutzes, der Reduzierung des Eingriffs in die Grünfläche am Wehr, die sog. Spatzenwiese, sowie zur Förderung der Fließgewässerdynamik ist eine Absenkung von 0,5 m vorgesehen. Diese hätte außerdem städtebauliche Vorteile. Eine Nutzung des Weddigenufers mit Aufenthaltsbereichen könnte bei dieser Variante zur Attraktivierung der Werre beitragen. Damit käme man der Zielerfüllung des Masterplans Innenstadt „Stadt ans Wasser“ ebenfalls näher. Ob sich die Vorzugsvariante auch mit den Wünschen der Wassersportler in Einklang bringen lässt, soll mit Hilfe des Absenkversuchs geklärt werden.
Die Absenkung ist im Vorfeld mit den Fachbehörden abgestimmt und genehmigt worden. Aufgrund des überschaubaren und kurzen Zeitraums ist mit keinen Schäden an der umliegenden Bebauung sowie der Vegetation durch Grundwasserabsenkungen zu rechnen. Am Freitag endet der Absenkversuch. Gegen Abend sollten sich die Wasserstände wieder auf das derzeitige Stauziel von 64,25 mNN eingependelt haben



