Soziale Medien

Werther (Westf.)

Werther – kein Ansprechen von Kindern, kein Buli

mm

Stand:

| Lesedauer: 5 Minuten
Schulkind - © Envato Elements
Symbolfoto - © Envato Elements

Werther / Kreis Gütersloh – In den letzten Wochen waren insbesondere in Werther, aber auch in anderen angrenzenden Städten und Gemeinden viele Eltern und Lehrer in Aufregung und Besorgnis, weil angeblich mehrere Kinder aus einem schwarzen Buli heraus von Männern angesprochen worden sein sollten.

So wurden der Polizei ein Fall vom 29. November und ein weiterer vom 06. Dezember gemeldet.

In dem ersten Fall schilderte ein 9-jähriges Mädchen eine für sie beängstigende Begegnung mit einem schwarzen Auto; im zweiten Fall berichteten zwei 9 und 10 Jahre alte Mädchen ihren Eltern ähnliches.

Daran schlossen sich umfangreiche polizeiliche Ermittlungen zur Aufklärung dieser Sachverhalte an.

Parallel dazu verbreiteten sich diese Informationen auf verschiedenen Social Media Plattformen, insbesondere auf Facebook, wie ein (unkontrollierbares) Lauffeuer. In oft Besorgnis erregender und unsachlicher Art und Weise wurde von vielen Menschen über die Sachverhalte diskutiert.

Auch bei der Polizei sind mehrere Anfragen von zum Teil zutiefst verunsicherten oder panischen Eltern eingegangen, die sich größte Sorgen um ihre Kinder machten.

Durch den „Stille-Post-Effekt“ wurden die Schilderungen immer gruseliger, bedrohlicher und gefährlicher.

Mittlerweile hat die Kriminalpolizei folgendes ermittelt:

  • In beiden Fällen wurden die Kinder nicht angesprochen.
  • Es kam zu keiner Begegnung mit unbekannten Männern.
  • Einen schwarzen Buli, der in den Erzählungen der Mädchen eine Rolle gespielt haben will, gibt es nicht.

Nachdem die Polizei die Kinder nochmals eingehend angehört hat, wurde deutlich, dass sich die Geschehnisse anders zugetragen haben, als die Kinder es ursprünglich ihren Eltern berichtet hatten.

Die drei Mädchen hatten die erlebten Situationen – Alltagssituationen im Straßenverkehr – Furcht einflößend für sich interpretiert.

Nach polizeilicher Erfahrung kommt es immer wieder vor, dass die Kinder zu Hause von ihren Erlebnissen berichten und deren besorgte Eltern die Schilderungen der Kinder übernehmen. Dadurch kann es dazu kommen, dass bestimmte Sachverhalte fehlgedeutet werden.

Diesen Vorfall nimmt die Polizei zum Anlass, um Verhaltenstipps für Eltern (und Lehrer) zu geben, wenn das Kind von einem Vorfall berichtet, bei dem es von einer fremden Person angesprochen und sogar bedrängt wurde:

  • Bemühen Sie sich, Ruhe zu bewahren.
  • Vermitteln Sie Ihrem Kind, dass es bei Ihnen in Sicherheit ist.
  • Geben Sie dem Kind die Bestätigung, dass es richtig war, sich Ihnen anzuvertrauen.
  • Glauben Sie Ihrem Kind.
  • Hören Sie der Schilderung Ihres Kindes aufmerksam zu, ohne „nachzubohren“.
  • Lassen Sie Ihr Kind mit eigenen Worten berichten und legen Sie ihm keine Antworten in den Mund.
  • Machen Sie keine Vorhaltungen (…aber ich habe Dir doch hundert Mal gesagt, dass Du das nicht machen sollst……….).
  • Verständigen Sie in Akutsituationen sofort über Notruf 110 die Polizei, damit weitere Maßnahmen schnell eingeleitet werden können.
  • Informieren Sie auch dann die Polizei, wenn die Tat schon einige Stunden zurückliegt.
  • Die Polizei nimmt Ihre Schilderung immer ernst. Dazu sind detaillierte Angaben Ihres Kindes zu den Tatumständen und zur Täterbeschreibung erforderlich.

Wenn Fremde ihre Kinder ansprechen, sorgt das bei Eltern verständlicherweise für große Verunsicherung und Unruhe. Viele Eltern wenden sich nach verdächtigen Schilderungen ihrer Kinder mit zahlreichen Fragen an die Polizei.

Was können Eltern also tun, um ihre Kinder auf solche Situationen vorzubereiten, ohne ihnen Angst zu machen?

Zum Schutz von Kindern sind im Folgenden die wesentlichen polizeilichen Antworten und Empfehlungen komprimiert zusammengestellt. Die Empfehlungen der Polizei basieren auf den Erfahrungen, dass für aufgeklärte, informierte und selbstbewusste Kinder ein geringeres Opferrisiko besteht.

  • Erlauben Sie Ihrem Kind ausdrücklich, dass es „Nein“ sagen darf, wenn ihm etwas „komisch“ vorkommt, es sich unwohl fühlt oder es sich in Gefahr wähnt. Die Botschaft ist: „Keiner darf etwas von dir verlangen, was du nicht möchtest!“
  • Nehmen Sie sich Zeit, mit Ihrem Kind über seinen Tagesablauf, über seine Sorgen und Nöte zu sprechen. Täter bereiten ihre Taten oftmals vor und eine kleine Beobachtung Ihres Kindes oder ein „komisches“ Gefühl könnten wichtig sein, um Vorbereitungen zu erkennen und Weiteres abzuwehren. Kinder müssen lernen, ihren Gefühlen vertrauen zu können.
  • Üben Sie mit Ihrem Kind in kleinen Rollenspielen, wie es sich verhalten kann. Es sind „Was-tue-ich-wenn“-Spiele.
  • Warnen Sie dabei nicht vor Fremden, sondern vor Taten. Kinder wissen mit dem Erwachsenen-Begriff „fremd“ oftmals nichts anzufangen. Für Kinder ist schon derjenige nicht mehr fremd, der sich mit Namen vorstellt oder das Kind mit dessen Namen anspricht („Der kennt mich doch“).
  • Üben Sie mit Ihrem Kind, wie es sich in bedrohlichen Situationen verhalten soll. Es soll weglaufen, andere Erwachsene ansprechen, um Hilfe bitten oder auch laut um Hilfe schreien.
  • Ermuntern Sie Ihr Kind, um Hilfe zu bitten, wenn es Hilfe braucht.
  • Überlegen Sie mit Ihrem Kind, wo und bei wem es sich im Notfall Hilfe holen kann.
  • Ihr Kind sollte den Polizeiruf 110 kennen. Erklären Sie Ihrem Kind, dass es bei Gefahr ohne Geld und ohne Telefonkarte von jeder öffentlichen Telefonzelle und mit jedem Handy aus die Polizei rufen kann.
  • Sie sollten wissen, wo und mit wem Ihr Kind die Freizeit verbringt.
  • Legen Sie mit Ihrem Kind Wege und Orte fest, an denen es sich aufhalten darf.
  • Halten Sie Ihr Kind zur Pünktlichkeit an. Treffen Sie Absprachen! Halten Sie selbst ebenfalls getroffene Absprachen ein, denn das Kind lernt „am Modell“! Erklären Sie dem Kind, wohin Sie gehen und wann Sie zurückkehren. Ein Kind muss wissen, wo es Sie erreichen kann.
  • Nach Möglichkeit sollte Ihr Kind in Gruppen mit anderen Kindern zur Schule gehen und sich z.B. auf Spielplätzen aufhalten.
  • Legen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind fest, wer es von der Schule oder vom Kindergarten abholen darf und mit wem es mitgehen darf. Das sollten nur maximal drei bis vier vertraute Personen sein. Die Regel gilt: „Geh nur mit diesen Menschen und mit niemand sonst!“
  • Kinder sollen üben, Abstand zu Fahrzeugen zu halten, wenn sie z.B. nach dem Weg gefragt werden. Sie sollen nicht nah an ein Fahrzeug herantreten.

Haben Sie noch Fragen? Rufen Sie uns an, wir beraten Sie gerne, Telefon 05241 869-0.

Weiterlesen
Kommentieren

Diskutieren Sie mit

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Halle (Westf.)

Ab sofort Anmeldungen der Betriebe möglich – 15. Berufsparcours für Halle, Steinhagen und Werther

mm

Stand:

| Lesedauer: 2 Minuten

Zusammengestellt durch:

B.Tyce
Berufsparcours Energie Impuls OWL e.V. ElektrikerIn ElektroingeneurIn - © Kreis Gütersloh
Berufsparcours Energie Impuls OWL e.V. ElektrikerIn ElektroingeneurIn - © Kreis Gütersloh

Halle (Westf.). In diesem Jahr feiert der Berufsparcours für Halle (Westf.), Steinhagen und Werther (Westf.) ein kleines Jubiläum: 15 Jahre Berufsparcours! Am Dienstag, 9. April, treffen wieder Schülerinnen und Schüler verschiedener Schulformen auf heimische Betriebe. „Von Betrieben und Ausbildungsleitern ist immer wieder zu hören, dass es zunehmend schwierig ist, qualifizierten Nachwuchs zu finden. Da bietet der Berufsparcours eine gute Möglichkeit, Jugendliche für den jeweiligen Beruf kennenzulernen“, erklärt Heinrich Ordelheide von der Regionalstelle Nord des Kreises Gütersloh. Heimische Betriebe können sich jetzt anmelden, um an der Veranstaltung teilzunehmen.

Unter dem Motto ‚Nicht nur über Berufe reden, sondern sie praktisch begreifbar machen‘ können die Schülerinnen und Schüler mehr über die Vielfalt der Ausbildungsberufe in der Region zu erfahren. Denn die Unternehmen stellen den Jugendlichen im Parcours einfache, für den jeweils angebotenen Ausbildungsberuf typische, Aufgaben und stehen für weitergehende Fragen zur Verfügung. Zudem bietet der Berufsparcours eine unkomplizierte Möglichkeit der Kontaktaufnahme, die gegebenenfalls zu einem Praktikum führen und vielleicht später in ein Ausbildungsverhältnis münden kann. „Der Berufsparcours soll für die Jugendlichen eine frühzeitige Orientierung vor ihrem ersten Schulpraktikum sein, sodass dieses Praktikum schon zielgerichtet genutzt werden kann“, erläutert Ordelheide. Dies solle einer Verringerung von Fehlentscheidungen bewirken und Unternehmen die Besetzung von Praktikums- und Ausbildungsplätzen mit interessierten und geeigneten Jugendlichen erleichtern.

Im vergangenen Jahr stellten 54 heimische Betriebe knapp 100 verschiedene Ausbildungsberufe vor. Betriebe, die sich in der Vergangenheit beteiligt haben, werden automatisch angeschrieben. Darüber hinaus sind neue Betriebe herzlich eingeladen, sich am Berufsparcours zu beteiligen und die Veranstaltung für ihren Betrieb zu nutzen, gleichzeitig aber auch den Jugendlichen in dieser frühen Berufsorientierungsphase durch Ausprobieren eine Orientierungshilfe zu bieten. Knapp 400 Jugendliche der achten Jahrgangsstufen der Realschule Steinhagen, der Gesamtschulen Halle und Werther sowie der Mosaikschule, Standort Halle, werden den Berufsparcours besuchen. Er findet am Dienstag, 9. April, von 8.30 bis 13.00 Uhr im Berufskolleg Halle, Kättkenstraße 14, statt.

Weitergehende Informationen gibt es bei Heinrich Ordelheide, Telefon: 05201-814523, E-Mail: heinrich.ordelheide@gt-net.de. An diese E-Mail-Adresse sind auch Anmeldungen zu senden, möglichst bis zum 5. Februar.

Weiterlesen

Werther (Westf.)

Fensterscheibe mit Gullideckel eingeschlagen

mm

Stand:

| Lesedauer: 1 Minute

Zusammengestellt durch:

B.Tyce
Ausschnitt eines Gullideckels
Symbolfoto - © Pixabay

Werther – Bislang unbekannte Täter haben in der Nacht zu Mittwoch (02.01. 00.00 Uhr bis 00.20 Uhr) die Fensterscheibe eines Geschäfts an der Engerstraße eingeworfen.

Zuvor manipulierten die bislang Einbrecher an den Bewegungsmeldern rund um das Haus.

Genaue Angaben zu der Beute konnten noch nicht gemacht werden. Den Gullideckel hatten die Täter in der unmittelbaren Nähe ausgehoben.

Die Polizei Gütersloh sucht Zeugen. Wer hat rund um den angegebenen Tatzeitraum am Tatort oder in dessen Umgebung verdächtige Wahrnehmungen gemacht? Angaben und Hinweise nimmt die Polizei Gütersloh unter der Telefonnummer 05241 869-0 entgege

Weiterlesen

Werther (Westf.)

A33: Hinweis auf bedeutendes Kulturerbe – Touristische Tafel Böckstiegel genehmigt

mm

Stand:

| Lesedauer: 2 Minuten

Zusammengestellt durch:

B.Tyce
Entwurf - © Peter-August-Böckstiegel-Stiftung
Entwurf - © Peter-August-Böckstiegel-Stiftung

Gütersloh / Werther – Eine touristische Tafel an der A33, die auf das Museum Peter August Böckstiegel hinweisen wird, ist genehmigt. Dies wurde der Stiftung durch die Bezirksregierung mitgeteilt. In dem Protokoll des Beratergremiums heißt es zur Begründung: „ Es [das biografische Museum] ist eine Gesamtheit aus Werk und Nachlass des Künstlers. So stellen das von ihm künstlerisch gestaltete Eltern- und Wohnhaus zusammen mit seinen Kunstwerken eine einzigartiges Gesamtkunstwerk dar.“ Ferner heißt es, das Museum sei eine echte Entdeckung mit überregionaler Strahlkraft. Als ein überregionales Highlight inspieriere es Besucher, die Region zu entdecken. Zusammenfassend bewertet das Gremium: „Es erfüllt damit die Kriterien einer bedeutenden überregionalen Destination im Sinne der Richtlinien für die Touristische Beschilderung.“

Den Antrag hatten die Stadt Werther, der Kreis Gütersloh und die Peter-August-Böckstiegel-Stiftung im März 2018 gemeinsam auf den Weg gebracht. Das Beratergremium tagte jüngst in Düsseldorf. Zur Auflage wurde gemacht, dass der eingereichte Schilderentwurf überarbeitet wird. „Der Titel der Hinweistafel soll sich auf den Namen des touristischen Highlights beschränken. Zusätzliche Erklärungen wie westfälischer Expressionismus , sind nicht zulässig.“ Als Erklärung wird angeführt, dass der vorbeifahrende Verkehrsteilnehmer nur zwei Sekunden Zeit habe, um den Tafelinhalt zu erfassen. Die Umsetzung bis zur Errichtung der Tafel muss innerhalb von drei Jahren erfolgen. Anfang des nächsten Jahres, so hat die Bezirksregierung angekündigt, werde man sich über das weitere Prozedere abstimmen. Dazu gehört unter anderem die Überarbeitung des Schilderentwurfes, Kostenübernahme und eine Vereinbarung mit dem Straßenbaulastträger.

Stimmen dazu

Bürgermeisterin Marion Weike, Werther

„Ich freue mich riesig, dass das geklappt hat. Es steigert die Aufmerksamkeit für das Museum, gerade bei Menschen, die nicht aus der Region kommen:“

Landrat Sven-Georg Adenauer, Gütersloh

„Als Vorsitzender des Aktionsbündnisses A33 wie als stellvertretender Vorsitzender der Stiftung freut mich dieses Ergebnis. Nächstens gibt es an der A33 über das Schild einen Kultur-Impuls. Wir fördern nicht nur Wirtschaft, wir können auch Kultur, das darf ruhig sichtbar werden.“

Ursula Bolte, Vorstandsvorsitzende der Peter-August-Böckstiegel-Stiftung

„Ich freue mich, denn für dieses kulturelle Highlight im Norden unseres Kreises ist es wirklich angemessen.“

Weiterlesen

Meistgelesen

X