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Detmold

Ein neuer Raumeindruck – Umgestalteter Münsterländer Gräftenhof im LWL-Freilichtmuseum Detmold wiedereröffnet

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LWL Museum Detmold
Der Münsterländer Gräftenhof erstrahlt in neuem Glanz. - © LWL

Detmold (lwl). Die Wände und das sichtbare Fachwerk in einem leicht gebrochenen Weiß, die Holzeinbauten dunkelrot: Der Münsterländer Gräftenhof im LWL-Freilichtmuseum Detmold erstrahlt
in neuer Farbe. Nach aktuellen wissenschaftlichen Untersuchungen des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) wurde das Haupthaus des größten Hofes im Freilichtmuseum umgestaltet und ist ab sofort für die Besucher wieder geöffnet.

„Wir haben Vergleichshöfe aus dem Münsterland und eigene Befunde untersucht, und sind zu dem Ergebnis gekommen, dass die Farbigkeit in den Schultenhöfen im Münsterland um 1800 deutlich
anders war als bisher angenommen“, erläuterte die LWL-Kulturdezernentin Dr. Barbara Rüschoff-Parzinger beim Pressegespräch am Donnerstag (11.7.). Dabei stellte sich heraus, dass das Fachwerk der Wohnräume eben nicht im Naturbraun des Holzes und dem Weiß der Putzfelder zu sehen war, sondern die Innenwände einheitlich in einem gebrochenen Weiß gestrichen waren. Eine aus heutiger Sicht schon fast moderne Methode, um das Fachwerk optisch zurücktreten zu lassen. „Lange hatte man vermutet, dass diese ländliche Oberschicht das Fachwerk ebenso wie die einfache bäuerliche Bevölkerung sichtbar zeigte. Inzwischen wissen wir, dass der Repräsentationswillen der Schulten einen feineren Eindruck, zum Teil sogar mit Tapeten, hervorrief“, berichtete Dr. Hubertus Michels, der Leiter des Referates Bauwesen im LWL-Freilichtmuseum Detmold.
Und auch die Möbel waren deutlich farbiger, Rottöne sind vielfach zu finden und manchmal auch dezent mit weiteren Farben kombiniert.

Für dieses Ergebnis war richtige Detektivarbeit nötig, denn insbesondere die Farbuntersuchungen an den Möbeln erwiesen sich als schwierig, da diese häufig abgebeizt und neu gestrichen wurden. So auch die Standuhr, die im Hof der Familie Schulte Bisping gestanden hatte und nun an ihren alten Orginalplatz zurückgekehrt ist. Sie war ursprünglich einmal Rot gestrichen, wie Farbproben und Vergleichsobjekte belegen. „Ich finde das Gesamtergebnis überwältigend, der Raumeindruck ist ganz anders als bisher“, so Rüschoff-Parzinger. Und LWL-Museumsdirektor Prof. Dr. Jan Carstensen ergänzt: „Es ist unsere Pflicht als Museum, unseren Besuchern die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse
zu zeigen. Das ist allerdings in der Dauerausstellung, also unseren historischen Häusern, nicht immer ganz einfach, denn dafür müssen wir einen Hof dann auch einmal eine Zeitlang
schließen.“ Da der Münsterländer Gräftenhof eines der beliebtesten Gebäude ist, hat das Museum die Wartezeit bis zur Wiedereröffnung mit Führungen unter dem Titel „Gräftenhof pur“
überbrückt, die Einblicke in die Baustelle gaben.
Nun ist Carstensen sich sicher: „Das Ergebnis wird unsere Besucher ebenso überraschen und hoffentlich auch überzeugen wie uns selbst.“

Haupthaus des Münsterländer Gräftenhofes

  • Herkunft: Hof Schulte Bisping aus der Bauerschaft Alst bei Albersloh (Gemeinde Sendenhorst, Kreis Warendorf)
  • erbaut 1787 (nach Brand des Vorgängerbaus)
  • im Museum seit 1969
  • dargestellter Zustand: um 1800
  • Bautyp: niederdeutsches Hallenhaus
  • 42 Meter lang, 15 Meter breit; das größte niederdeutsche Hallenhaus im LWL-Freilichtmuseum Detmold und eines der stattlichsten Beispiele dieser Bauart
  • Hofgröße um 1800: 532 Morgen (133 Hektar)
  • Viehbestand 1754: 8 Pferde, 2 Ochsen, 6 Milchkühe, 31 Rinder
  • für die Zeit moderne Trennung des Stallteils vom Wohnteil des Hauses durch eine große Windfangtür
  • große Fenster mit kostspieliger Bleiverglasung deuten auf den Reichtum und Repräsentationswillen der Schultenfamilie hin

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Detmold

Einbruchsversuch bei Friseursalon

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Einbruch
Symbolfoto - © Freepik

Detmold – Von Mittwoch auf Donnerstag versuchten Unbekannte in einen Friseursalon in der Hans-Hinrichs-Straße einzudringen. Die Tür hielt jedoch stand und die Täter gelangten nicht ins Gebäude. Hinweise nimmt das Kriminalkommissariat in Detmold unter der Rufnummer 05231 / 6090 entgegen.

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Detmold

Einbrecher in Schule

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Klassenzimmer
Symbolfoto - © Envato Elements

Detmold – Am frühen Donnerstagmorgen drangen Einbrecher in die Gustav-Heinemann-Schule in der Heidenoldendorfer Straße ein. Ob die Täter Beute machten, ist noch nicht bekannt. Ihre Hinweise zum Einbruch übermitteln Sie bitte der Detmolder Kripo unter 05231 / 6090.

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Detmold

Filmgenuss in Waldidylle – Denkmal-Stiftung des Landesverbandes Lippe zieht Bilanz der Mondscheinkino-Saison 2019

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Impressionen Mondscheinkino
Impressionen vom Mondscheinkino 2019 - © Landesverband Lippe

Detmold. Zum Start der diesjährigen Mondscheinkino-Saison am 18. Juli 2019 war es vor allem eine Frage, die das Team der Denkmal-Stiftung um die beiden Geschäftsführer Ralf Noske und Peter Gröne bewegte: Wird es wieder ein Rekordsommer wie im Vorjahr? 2018 hatte das Mondscheinkino auf der Waldbühne am Hermannsdenkmal aufgrund der heißen, trockenen Sommermonate mit 16.566 Kinofans einen wahrlich herausragenden Rekord aufgestellt. 25 Kinonächte später können die Organisatoren mehr als zufrieden sein: 2019 wurden 15.908 Zuschauerinnen und Zuschauer gezählt.

„In den Jahren zuvor haben wir stets um die 7.000 bis 8.000 Kinofans gezählt. Dass wir den Rekord des vergangenen Ausnahmesommers in diesem Jahr nahezu wiederholen konnten, freut uns natürlich sehr“, sagt Noske. Für Arne Brand, Allg. Vertreter der Verbandsvorsteherin, ist das ein Beleg für die Qualität des Mondscheinkinos: „Die Kolleginnen und Kollegen der Denkmal-Stiftung leisten hier hervorragende Arbeit, die Filmauswahl passt, das Ambiente mit dem umliegenden Wald und dem Blick auf unseren Hermann ist einzigartig. Wenn dann auch das Wetter mitspielt, ist das Mondscheinkino als DAS Open-Air-Kino in Lippe einfach unschlagbar.“

Stummfilmabend

Stummfilmabend mit dem Rufus Temple Orchestra Berlin. – © Landesverband Lippe

Insgesamt hatte die Denkmal-Stiftung 25 Kinonächte mit 27 Kinovorführungen aufs Programm gesetzt. Acht Filme waren ausverkauft, zwei Filmabende mit drei Filmen – zwei reguläre Vorstellungen und eine Horrornachtvorstellung – fielen aufgrund von Gewitter, Regen und starkem Wind aus. „Die beiden regulären Vorstellungen, die wir absagen mussten – ‚Der Junge muss an die frische Luft‘ und ‚Avengers: Endgame‘ – waren ausverkauft, das bedauern wir sehr. Das Gefahrenpotenzial bei einem Gewitter im Wald ist aber einfach zu hoch, die Sicherheit und Unversehrtheit unserer Zuschauerinnen und Zuschauer geht unbedingt vor“, erläutert Noske. „Als eines der wenigen Open-Air-Kinos in Deutschland erstatten wir jedoch die Karten bei wetterbedingtem Ausfall zurück.“

Für Noske und Gröne zählen die Absagen zu den traurigsten Momenten in dieser Saison. „Den kritischsten Moment hatten wir beim Film ‚Rocketman‘“, erinnert sich Gröne. Ein Gewitter war vorhergesagt, eine Absage schien notwendig, doch dann konnte die Vorführung beginnen. „Die Kinofans mussten dann nochmals durch die Kasse, das war sicher unerfreulich. Während des Films blitzte und donnerte es in der Nähe, doch die Waldbühne lag glücklicherweise in einem gewitterfreien Areal.“ Zu den schönsten Momenten zählen aus ihrer Sicht die Musikfilme: „Wir haben 2019 eine leistungsstärkere Tonanlage installiert, die aus der Köln-Arena stammt. Das war bei Filmen wie ‚Bohemian Rapsody‘, ‚Rocketman‘, ‚A Star ist Born‘ oder ‚Yesterday‘ ein ganz besonderes, fantastisches Klangerlebnis mit nahezu Konzerthallen-Qualität“, sagt Noske.

Impressionen Mondscheinkino

Impressionen vom Mondscheinkino 2019 – © Landesverband Lippe

Auch bei der Beleuchtung setzte das Mondscheinkino neue Akzente: „Wir haben unser Konzept geändert und erstmals Beleuchtung hinter der Kinoleinwand eingesetzt“, berichtet Gröne. Bei den Kinofans kam das sehr gut an – ebenso wie die Vorkonzerte, bei denen auch dieses Jahr viele regionale Künstlerinnen und Künstler dem Publikum das Warten auf den Filmstart verkürzten. Beim Familienabend mit Radio Lippe trat zudem erstmals ein Zauberkünstler vor Filmbeginn auf, der Kinder wie Eltern zu faszinieren wusste.

„Unsere Bilanz fällt rundum positiv aus, die Mondscheinkino-Saison 2019 war ein großer Erfolg. Danken möchten wir an dieser Stelle allen Förderern und Unterstützern, darunter maßgeblich lippische Unternehmen. Ohne sie könnten wir das Mondscheinkino nicht anbieten“, betonen Noske und Gröne.

Die Zahlen des Mondscheinkinos der letzten Jahre im Überblick:

  • 2013: 6989
  • 2014: 6185
  • 2015: 7709
  • 2016: 8120
  • 2017: 8900
  • 2018: 16566
  • 2019: 15908

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